Richtig Segeln

Swede_55_Fehmarnsund Neben sonnigen Segelstunden mit handlich leichter Brise bietet der Sommer auf der Ostsee viele durchwachsene Tage mit reichlich Wind. Es wäre schade, dann im Hafen zu bleiben.

Ein vom Schnitt und Tuchgewicht her passendes Vorsegel steht Welten besser als die heute übliche, halb aufgewickelte und entsprechend bauchige Rollgenua. Das Profilvorstag erlaubt schnelle Wechsel zum nächstkleineren Tuch. Meist wird bereits im Hafen das richtige Vorsegel ausgesucht.

Swede_55_viel_Wind_Lübecker_Bucht Das effiziente Bindereff mit drei Reffreihen im 42 Quadratmeter Großsegel deckt ein Windspektrum bis ausprobierten neun Windstärken ab. Es wird in der Plicht in Hüfthöhe links neben dem Niedergang bedient.

Das rasch eingelegte erste Reff überbrückt bei unstetem Wind manchen Vorsegelwechsel. Das zweite Reff kommt ab fünf Windstärken zum Einsatz. Das selten nötige dritte Reff verkleinert das Großsegel auf ganze 18 Quadratmeter. Abhängig vom Seegang wird es hoch am Wind bei sieben oder acht Windstärken eingebunden. Mit diesem kleinsten Reff und der 16 qm Sturmfock, sie wurde bewusst etwas kleiner gewählt, segelt das Boot gegenan durch dick und dünn.

Ebenso wie die großen Reffverstärkungen im Großsegel sind die in mehreren Schritten verbesserten Reffhaken ein Ergebnis eigener Segelpraxis. Dank der Umrüstung auf richtig dimensionierte und selbstholende Zweigangwinschen sind die Reffs mit dehnungsarmen High Tech Leinen schnell eingebunden.

Swede_55_approaching_port Mit diesen kleinen Tüchern ist das Boot mit niedrigem Segelschwerpunkt ausgewogen besegelt und es gibt immer noch die Option, eines der beiden Segel ganz zu bergen. Wie wiederholt ausprobiert lässt sich damit auch noch bei Bedingungen zügig unter Land kreuzen, wo wenige Boote unter Segeln überhaupt gegen den Wind vorwärts kommen.

Sollte es unterwegs einmal unerwartet stark wehen, wird das Ziel mit klassischer, von der Pieke auf gelernter Seemannschaft erreicht. Das macht Welten mehr Spaß, als bei Starkwind den Volvo anzuwerfen. Und sicherer ist es auch.

Swede_55_am_Wind Voraussetzung dazu sind Jahrzehnte crew- wie materialschonender, übrigens komplett havariefreier Schiffsführung. Das klappt, wenn mit Übersicht und dem siebten Sinn gesegelt wird. Der Skipper ist seit seinem sechsten Lebensjahr mit dem Metier vertraut. Er hat von der Optimistenjolle über Cupper oder Klassiker bis hin zu vierzig Meter großen Yachten ganz unterschiedliche Boote kennengelernt.

Mit diesem versiert gesegelten no nonsense Boot werden selbst Tage mit deftig viel Wind zum gern erinnerten Erlebnis. Richtig segeln.